Energie der Welt

Eine Energiewende steht an. Die ersten Auswirkungen des Treibhauseffekts durch das Abfackeln fossiler Brennstoffe und die schlimmen Auswirkungen der nuklearen Katastrophen von Tschernobyl und Fukushima-Daiichi haben Menschen auf der ganzen Welt erneut aufgerüttelt. Energie – vor allem als Strom – kommt halt nicht einfach aus der Steckdose.

Energie der Zukunft kommt aus regenerativen Energiequellen. Unter erneuerbaren – also regenerativen – Energiequellen versteht man alle Formen der Energiegewinnung aus nachhaltigen Quellen, also Quellen, die nach menschlichem Ermessen unerschöpflich sind. Dabei ist noch einmal zu unterscheiden zwischen Quellen, deren Energie so groß ist, dass sie nicht durch Menschen erschöpft werden können – wie zum Beispiel die Sonnenenergie – oder erneuerbaren Energien, welche zum Beispiel nachwachsende Rohstoffe und Biomasse sind. Die Umstellung der weltweiten Energieherstellung von Fossilien oder nuklearen Quellen der Energiegewinnung auf regenerative, saubere Energien ist eine riesige Aufgabe – aber alternativlos.

Was kann der Einzelne tun?

Die Energiewende ist nicht nur eine Aufgabe von Regierungen oder Großkonzernen. Jeder Einzelne kann einen Beitrag leisten, damit die Energiegewinnung in Zukunft sauberer und sicherer wird.

Energie sparen

Der erste Schritt dabei ist der sorgsame Umgang mit der Energie. Ein großes Potential um zum Beispiel alte Atomkraftwerke abzuschalten, liegt in der Einsparung von Energie. In vielen Fällen ist dies nicht einmal schwer und entlastet sogar den Geldbeutel der Verbraucher. Auch ein sinnvolles Timing von Energieverbrauch kann zu einer Reduzierung von Großkraftwerken mit fossilen oder nuklearen Brennstoffen führen.

Als Verbraucher kann man auch auf den Kauf von Produkten verzichten, die mit großem Energieaufwand in die Läden kommen. Man sollte nicht unterschätzen, wie viel Energie zum Beispiel eine Aluminium-Dose für Herstellung, Transport, Lagerung, Verkauf und Entsorgung benötigt . Wer zwei neue Aluminiumdosen kauft, der kauft ein Produkt mit einer Energiebilanz von 10 kW – dem Tagesstrombedarf eines Vierpersonenhaushaltes. Durch den Kauf von neutraleren Produkten – wie zum Beispiel Mehrweg Glasflaschen, kann massiv Energie eingespart werden.

Sauberen Strom kaufen

Nach der Liberalisierung des Strommarktes besteht die Möglichkeit, den Stromlieferanten frei zu wählen. Während viele Anbieter einfach mit Billigangeboten um die Gunst der Verbraucher werben, kann man als Verbraucher Zeichen setzen, indem man den Strom von Anbietern regenerativer Energien bezieht. Dies gilt nicht nur für die heimische Wohnung oder das Einfamilienhaus. Auch das Ferienhaus oder die Ferienwohnung kann man mit Strom aus erneuerbaren Energien versorgen lassen.

Selbst zum Stromproduzenten mit sauberen Energien werden

Wer selbst seine Energie produzieren möchte, kann dies inzwischen auf vielfältige Weise tun. Benötigt wird immer eine Investition. Diese Investition in die Zukunft der Energieversorgung kann sich allein auf das eigene Haus beziehen, wie zum Beispiel mit der Installation einer Solaranlage (als Warmwasserspender oder auch als Photovoltaik-Anlage), den Austausch der eigenen Heizungsanlage (wie zum Beispiel den Tausch einer Heizölanlage in eine Feuerholzanlage mit Holzpellets, Wärme-Kraft-Koppelung) oder aber auch die Investition in Gemeinschaftsprojekte wie moderne Windkraft oder Wasserkraftanlagen. Im Gegensatz zu den Großkraftwerken mit nuklearen oder fossilien Brennstoffen sind regenerative Energieproduzenten nicht auf Großtechnologie angewiesen, man kann sie praktisch überall und verbrauchsnah produzieren. Hohe Verluste für den Transport von elektrischem Strom (selbst bei Hochspannungsleitungen gehen auf 100 km etwa 5-7 % der Energie einfach verloren) können reduziert werden. Die Energieversorgung der Welt mit dezentralen und erneuerbaren Energien ist eine Aufgabe, die sicher noch einige Generationen beschäftigen wird. Aber jeder Einzelne kann dabei mitwirken, die Welt mit sauberer, sicherer und unerschöpflicher Energie zu versorgen.

Informationen zu Aktivitäten der Bundesregierung zum Thema Energie finden sich beim Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. Hoffen wir, das die "Reaktorsicherheit" mangels Masse bald aus dem Namen des Ministeriums herausfällt.